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Presse
Bremens größte Sozialstiftungen fusionieren St. Petri und Alten Eichen wollen ihre Arbeit in einer neuen Diakonischen Jugendhilfe bündeln
Von Karina Skwirblies Bremen. Bremer Tageszeitungen AG
Die beiden größten und ältesten Sozialstiftungen in Bremen schlagen einen gemeinsamen Weg ein. Nachdem die Stiftung Alten Eichen von 1596 und die Stiftung St.-Petri-Waisenhaus von 1692 bereits in der Vergangenheit eng kooperiert haben, gründeten sie nun die Diakonische Jugendhilfe Bremen (JUB). Von der Fusion versprechen sie sich mehr Einfluss auf die Politik, überschaubarere Verwaltungsstrukturen sowie die Minimierung wirtschaftlicher Risiken. Anfang dieses Jahres wurde die JUB als gemeinnützige GmbH gegründet. Jetzt hat die Diakonische Jugendhilfe ihr neues Domizil in der Findorffstraße 22-24 bezogen. Über zwei Etagen ziehen sich die hellen, freundlichen Büro- und Veranstaltungsräume hin. "Wir haben unsere Kräfte gebündelt und sitzen jetzt mittendrin", erläutert Bernd Schmitt von der Geschäftsführung. Die beiden Sozialstiftungen sind mit ihrem Engagement über ganz Bremen verteilt. Während St. Petri in Osterholz, Tenever, Hemelingen und der Vahr aktiv ist, kümmert sich Alten Eichen in Horn, Schwachhausen, Borgfeld, Huchting und der Neustadt um Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen und ihre Familien. Ursprünglich vor allem auf die Heimunterbringung konzentriert, hat sich das Spektrum der Jugendhilfeeinrichtungen in jüngster Zeit erheblich erweitert. Ambulante Hilfen, Jugendhäuser, betreutes Jugendwohnen, Projekte für Schulverweigerer, sportliche Angebote, Krisenintervention, Hortplätze in den Schulen und zahlreiche weitere Formen sind entstanden. Dies bringt einen erheblichen Verwaltungsaufwand mit sich, erklärt Geschäftsführerin Cornelia Bein. "Die Abrechnungen werden immer aufwendiger, es gibt viele unterschiedliche Fördermittel." Zudem habe es nach dem Fall Kevin einen erheblichen Anstieg an Hilfebedarf gegeben. "Es geht darum, wie man die richtige Hilfe zum richtigen Zeitpunkt anbietet. Dann ist es auch wirtschaftlicher. Und da bieten wir ein großes Spektrum an." Von der Vernetzung verspricht sich auch Bernd Schmitt effektivere und nachhaltige Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien. Mit der JUB ist bei einem Jahresumsatz von über 20 Millionen Euro einer der größten Träger in Bremen entstanden. "Wir möchten unser Gewicht mehr in die Waagschale werfen und sehen, wo wir Einfluss nehmen können", sagt Schmitt. Den Behörden in Bremen wirft er vor, dass die Jugendhilfeplanung nicht sehr strukturiert erfolgt. "Wir wollen stabile Planungsdaten bekommen und als Partner ernst genommen werden." Trotz des neuen Trägers JUB sollen St. Petri und Alten Eichen ihr eigenständiges Profil behalten. Denn in den Stadtteilen sind die Stiftungen wohl bekannt und an diversen Kooperationsprojekten beteiligt. Dies soll sich nicht ändern. "Die Pädagogen vor Ort bleiben erhalten", betont Cornelia Bein. Die rund 450 Mtiftungen werden künftig zentral von der JUB verwaltet. Das ermögliche flexiblere Strukturen, erklärt Bernd Schmitt. Gemeinsame Fortbildungen wären möglich. Die Mitarbeiter könnten auf Wunsch ihren Arbeitsplatz zwischen den Stiftungen wechseln, ohne ihre über Jahre angesammelten Anrechte zu verlieren. "Es geht nicht um günstigere Löhne", unterstreicht Bein. Die Diakonische Jugendhilfe Bremen (JUB) befindet sich in der Findorffstraße 22-24 und ist telefonisch unter 6966750 zu erreichen.
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