ULE – Umwelt-Lernwerkstatt
Zentrum für Naturbegegnung Osterholz-Tenever
Stiftungsweg 4
28325 Bremen
Tel: 0421 – 277 54 91
E-Mail: umwelt-lernwerkstatt@nord-com.net
Homepage: www.ule-bremen.de

 
Lage und Einzugsbereich der ULE

Die ULE liegt im Herzen Osterholz-Tenvers auf dem Gelände der Egestorff-Stiftung-Altenheim. Die Anbindung der ULE an den ÖPNV ist durch mehrere Bus- und Straßenbahnlinien gewährleistet. Mit den Linien 1 und 25 kann man direkt von der Domsheide bzw. dem Hauptbahnhof zur ULE fahren, danach folgt ein kurzer Fußweg. Aus Richtung Sebaldsbrück geht es vom Depot der Linien 2 und 10 mit der Buslinie 37 bis zum Haupttor der Egestorff-Stiftung. Mit dem Auto ist die ULE leicht über die Verbindung zur Autobahn im Bremer Osten nd den gut ausgeschilderten Weg auf dem Gelände der Egestorff-Stiftung zu finden.

Die Lage der ULE im 28 ha großen Park der Egestorff-Stiftung ermöglicht kurze Wege in die Natur. Hier gibt es einen waldähnlichen, alten und artenreichen Baumbestand, Wiesen und Wasserläufe. Wildlebende Tiere, wie z. B. Eichhörnchen und Singvögel, sowie zahlreiche Insektenarten und Kleinstlebewesen sind hier zu beobachten. Verschiedene Nutztiere wie Pferde, Hühner, Ziegen, Schafe und Gänse lassen sich ebenfalls auf den Wiesen rund um die ULE beobachten. Auf der Wiese hinter dem Gebäude sind eine Feuerstelle, ein Insektenhotel, ein Kräuterbeet und ein Komposthaufen installiert.

Ein weiterer Veranstaltungsort stellt die Spielwiese in der Osterholzer Feldmark dar. Das Projekt Spielwiese mit seinen unterschiedlichsten Kleinstlebensräumen bietet einen kleinen Teich, einen Wasserlauf, Heckenlandschaft, Hochstaudenflur und mehrere Obstbäume vom Apfel bis zum Pfirsich, außerdem eine Wasserpumpe.


Arbeitsinhalte der ULE

Die Umwelt-Lernwerkstatt - im Folgenden kurz ULE genannt - bietet seit dem Jahr 2000 Umweltbildungsveranstaltungen zu den verschiedensten Themen an. Im Vordergrund der Veranstaltungen steht das Erleben der Umwelt mit allen Sinnen. Die ULE bietet zum einen biotopbezogene Angebote, in denen die Lebensräume, wie z. B. Wald, Wiese und Wasser erforscht werden. Die Vermittlung von ökologischen Zusammenhängen und Grundlagenwissen über Pflanzen und Tiere werden spielerisch und mit Ansprache möglichst vieler Sinne vermittelt. Ziel ist es, den Teilnehmern ein positives Erlebnis in der Natur zu bieten, welches Interesse an der Umwelt weckt und zur Wertschätzung der Natur beiträgt. Zum anderen ermöglichen handwerkliche Aktivitäten eine Förderung von motorischen Fertigkeiten und das Erkennen von (Stoff-) Kreis- und Entstehungsabläufen. Beim Apfelsaftpressen lässt sich beispielsweise der Prozess von der Apfelblüte zur Frucht und schließlich zum leckeren Saft vollständig erleben. An diesem Beispiel werden u.a. die Themen Ernährung und Gesundheit angesprochen. Der ressourcenschonende Umgang mit der Natur ist ebenfalls Thema vieler Veranstaltungen. Dieser wird z.B. anhand vom Papierschöpfen aus Altpapier, bei der Ansprache von Wasserverbrauch und Wassersparen und beim aktuellen Projekt Solarofenbau verdeutlicht. Durch Veranstaltungen zu den vier Elementen werden der ressourcenschonende und der nachhaltige Umgang von Boden, Wasser, Luft und Feuer angesprochen. Im Besonderen ist das Thema Boden, als lebenswichtige Ressource der Menschheit, Bestandteil zahlreicher Veranstaltungen. Unsere Angebote lehnen sich teilweise an die Lehrpläne der Schulen an und bauen bei längeren Projekten aufeinander auf. Mit spannenden Experimenten, dem Beobachten von Kleinstlebewesen unter dem Binokular oder dem selbstständigen Erarbeiten und Erforschen von ökologischen Zusammenhängen wird bei den Teilnehmern naturwissenschaftliches Arbeiten erfahren und eingeübt. Bei allen Veranstaltungen wird ebenfalls die Entwicklung von Sozial- und Kommunikationskompetenz gefördert. Mittels Koordinationsspielen, sprachförderlichen Aufgaben, Gruppenarbeiten und beim vertrauensstärkenden und verantwortungsbewussten Umgang untereinander wird das Gruppengefühl und der Klassenzusammenhalt gestärkt.

Für Wasserveranstaltungen nutzt die ULE die leicht zu Fuß erreichbaren Libellenteiche beim Bultensee. Im Rahmen des Kooperationsprojektes „Renaturierung Embser Mühlengraben“ wird in den Teichen gekeschert, und der nahe gelegene Embser Mühlengraben wird mit Kindergruppen renaturiert. Im Jahr 2007 wurde eine Aussichtsplattform aufgestellt, um das bereits renaturierte Gebiet zu beobachten und die sich positiv entwickelnden Veränderungen besprechen zu können.

Ein weiteres Kooperationsprojekt ist das „Umwelt-Lernmobil“, ein komplett zur Umweltbildung eingerichteter Kleintransporter. Das Mobil dient der ULE bei Außeneinsätzen als Transportfahrzeug.


Die folgende Aufstellung zeigt einen Auszug aus den Themenbereichen der ULE Umwelt-Lerneinheiten

Umwelt-Lerneinheiten

Spezielle Angebote
1 Wald 1 Papier Schöpfen
2 Wiese 2 Kerzen basteln
3 Sinneserfahrung 3 Pflanzenfarben herstellen
4 Erdgeschichte 4 Wolle spinnen
5 Wasserwissen 5 Schnitzen
6 Leben in der Luft 6 Pflanzenpresse bauen
7 Handwerk und Basteln 7 Insektenhotel bauen
8 Ernährung 8 Die vier Elemente
9 Landart 10 Natur-Erlebnisspiele
  11 Experimente

Stadtteilarbeit der ULE

Die seit dem Jahr 2000 bestehende ULE ist von Anfang an fest im Stadtteil verankert, nicht zuletzt, weil sie aus dem ehrenamtlichen Engagement von umweltinteressierten Menschen vor Ort gegründet wurde.

Die MitarbeiterInnen der ULE nehmen regelmäßig an Vernetzungstreffen teil. Zu nennen sind hier vor allem der AK Tenever mit seinen Untergruppen wie der AK Kinder, die Stadtteilgruppe Tenever und das Quartiersforum Schweizer Viertel. Die ULE bietet zudem Kooperationsveranstaltungen mit dem Kinderbauernhof Tenever (Teneverfarm) an und ist auf Stadtteilfesten mit einem Stand vor Ort. Im Ortsteil Osterholz bildet die ULE einen wichtigen Beitrag zur Umweltbildung als Pate der Osterholzer-Spielwiese, wo in den Sommermonaten zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt werden. Die ULE steht im ständigen Austausch mit dem Ortsamt Osterholz. In den Schulen Parsevalstraße, Uphuserstraße, Ellenerbrokweg und an der GSO (Gesamtschule Bremen Ost) werden zusätzlich längerfristige Veranstaltungen im Rahmen von Projekten durchgeführt.

Das Einzugsgebiet der Teilnehmenden ist schwerpunktmäßig im Bremer Osten zu suchen, das gilt vor allem für die Schulklassen und Kindergartengruppen, die zeitlich und finanziell oft nicht in der Lage sind, lange Anfahrtswege zu bezahlen. Dies ist für die ULE mit ihrer Lage in einem der kinderreichsten Stadtteile Bremens von immenser Bedeutung. Das Gelände der Egestorff-Stiftung und damit Wirkungsraum der ULE bietet eine dörflich ruhige Naturoase gegenüber den umliegenden Hochhaussiedlungen.

Die „freien“ Nachmittagsangebote aus dem Programmheft der ULE werden aber auch von Kindern aus anderen Stadtteilen angenommen.

Die angebotenen NaturKinderGeburtstage wiederum stellen ein neues und für den Stadtteil und darüber hinaus sehr attraktives Angebot dar.


UMWELTBILDUNGSAKTIVITÄTEN FÜR KINDER UND JUGENDLICHE

Durch die Arbeit der Umwelt-Lernwerkstatt wird ein Grundstein für eine nachhaltige Entwicklung gebildet. Durch das Erleben der Natur mit ihren Tieren und Pflanzen wird bei den TeilnehmerInnen unserer Veranstaltungen ein Bezug zu der unmittelbaren Umwelt hergestellt. Gerade bei den längerfristigen Waldtagen und Projekttagen ist oft eine Veränderung der Sichtweise der TeilnehmerInnen zu beobachten. Während Kinder anfangs häufig Asseln, Würmer und Spinnen mit Argwohn betrachten, sind sie am Ende der Veranstaltung Ihre besten Freunde. Die Ansprache möglichst vieler Sinne erlaubt außerdem eine neue Herangehensweise an die Natur und weckt Neugier und Interesse. Mit den gewonnen Erfahrungen können nun die eigenen Interessen ausgebaut werden, so kommt es häufig vor, dass Kinder auch ein Mikroskop, ein Fernglas, eine Becherlupe oder eine Pflanzenpresse für ihre Freizeit besitzen wollen. Dieser gesteigerte Wissensdurst hat ebenso eine gesteigerte Beachtung unserer Umwelt zur Folge, die eine nachhaltige Entwicklung nach sich ziehen kann.

Wie schon im Vorfeld beschrieben bieten Veranstaltungen zu den Themen Wald, Boden, Tiere, Wasser, Wiese, Papierschöpfen, Apfelsaftpressen, etc. Bausteine um auf eine nachhaltige Entwicklung und den schonenden Umgang mit den Ressourcen hinzuwirken. In den Veranstaltungen Wald und Boden werden die Bedeutung der Pflanzen und Tiere für unsere Umwelt und für uns Menschen angesprochen. Hierbei werden die Sauerstoffproduktion, der Baum als Holzlieferant und die Stoffkreisläufe deutlich gemacht. Speziell beim Thema Boden wird die Bedeutung des Bodens als Standort/Lebensraum für Pflanze, Tier und Mensch, seine Filterwirkung und Wasserspeicherfunktion sowie die Bedeutung für die Nahrungsmittelproduktion deutlich gemacht. Die Aufgabe von naturnahen Gewässern in Bezug auf Wasserreinigung, Wasserspeicherung sowie als Lebensraum gefährdeter Tier- und Pflanzenarten wird beim Thema Wasser und speziell bei der Renaturierung des Embser Mühlengrabens verdeutlicht. In diesem Zusammenhang wird der schonende Umgang mit den Ressourcen Boden, Pflanzen und Wasser angesprochen.

Die Veranstaltung Papierschöpfen bietet zusätzlich einen Überblick über die Bereiche Energie, Wasser, Forstwirtschaft, Papierverbrauch und den umweltschonenden Einsatz von Recyclingpapier. Die Wichtigkeit der Tiere im ökologischen Gleichgewicht wird anhand von ausgewählten Tieren, wie z.B. Fuchs, Bussard, Eichhörnchen, Fledermaus und den Bodentieren herausgestellt. Auch die Nutzung von biologisch angebauten Obst- und Gemüsesorten oder die Nutzung von heimischen Wildkräutern wird beim Apfelsaftpressen, Kartoffelanbau oder beim Herrichten eines Wiesensalates verständlich. Beim Feuermachen wird regelmäßig die Bedeutung von Energie, dessen Herkunft und Nutzung angesprochen.


Soziales lernen

Die Sozialkompetenz wird anhand von Erlebnispädagogischen Bausteinen und Gruppenaufgaben in den Veranstaltungen erprobt. Beispielsweise bekommen die Kinder Aufgaben, die nur mit der gesamten Gruppe gelöst werden können oder offensichtlich benachteiligte Kinder bekommen wichtige Aufgaben zugeteilt, die ihr eigenes Selbstbewusstsein und auch die Beachtung durch die Gruppe steigert. Viele Spiele mit verbundenen Augen im Wald üben das Vertrauen und die Verantwortung der Kinder gegenüber Anderen ein. Häufig wird den UmweltpädagogInnen von den ErzieherInnen und LehrerInnen berichtet, dass sich völlig neue Gruppenkonstellationen im Wald gebildet haben. Auch bekommen die Kinder die Möglichkeit Ihre Stärken zu erproben und ausbauen zu können und werden nicht wie in der Schule nach Ihren sprachlichen oder mathematischen Fähigkeiten beurteilt. Auch Kommunikationsfördernde Spiele, wie z. B. eine Waldrallye sind Teile der ULE-Veranstaltungen.