Kronenkreuz in Gold der Diakonie für Petra Meilahn

09 Dez

Ihr Herz schlägt für die Kinder und für die Mitarbeitenden

30-jähriges Dienstjubiläum von Petra Meilahn

1989 hat sie in St. Petri angefangen, nun im Jahr 2019 gratulierten wir ihr zum 30-jährigen Dienstjubiläum. Petra Meilahn hat sich in der Jugendhilfe ebenso engagiert wie als Mitarbeiter*innenvertreterin – und wird das (so viel können wir schon verraten) auch weiterhin tun!

„Als Kirchenzugehörige hatte ich damals 1989 bessere Chancen eine Stelle als Sozialpädagogin bei St. Petri zu bekommen“, erinnert sich Petra Meilahn an ihre beruflichen Anfänge. Sie habe sich bewusst für eine diakonische Organisation entschieden - und darauf ist sie stolz! Als Zeichen für die Kirche und die Diakonie trägt sie den violetten Diakonie-Beutel zu vielen Terminen. „Natürlich darf und sollte man sich mit der Kirche und dem Glauben auch kritisch auseinandersetzen. Aber wir haben die Diakonie als Dachverband und ich möchte mich nicht dafür schämen, in der Kirche zu sein!“

Häufige Wechsel des Arbeitsorts

Eigentlich sollte sie 1989 zunächst im Horthaus eingesetzt werden, doch da dieses dann doch nicht gebaut wurde, begann sie in einer Tagesgruppe auf dem Petri-Gelände. „Ich merkte schnell, dass das meine Arbeit ist“, erinnert sie sich. Damals mit 28 Jahren habe sie wenig Berufserfahrung gehabt, doch die Arbeit mit den verhaltensauffälligen und beeinträchtigten Kindern sei ihr sofort ans Herz gewachsen.

Ihr Arbeitsort wechselte in den folgenden Jahren immer wieder: Erst ging sie schweren Herzens nach zwei Jahren in der Tagesgruppe in das (dann doch noch) gebaute Horthaus. Nach ungefähr 15 Jahren wurde das Horthaus 2008 geschlossen und es stand wieder ein Wechsel an. „Wir sind mit unseren drei integrierten heilpädagogischen Gruppen in Räumlichkeiten der Kita Regenbogenhaus am Pfälzer Weg gezogen. Eine enge Kooperation mit der Grundschule am Pfälzer Weg begann. Es hat viel Spaß gemacht, mit den Kindern zu arbeiten. Die Integrationskinder brauchten genau wie die Kinder ohne Beeinträchtigung Unterstützung und Förderung, da gab es keine Unterschiede. Im Grunde haben wir damals schon Inklusion betrieben“, erinnert sich Petra Meilahn lächelnd. Ihre Zusatzausbildung für integrative Arbeit, die sie während ihrer Arbeit im Horthaus ein Jahr lang besuchen konnte, half ihr natürlich in der alltäglichen Arbeit weiter. Und auch ihre herzliche Art, denn sie war bei ihrer Tätigkeit immer mit dem ganzen Herzen dabei.

„Nachdem der Hort 2014 im Zuge der Einführung der Ganztagsschule am Pfälzer Weg geschlossen wurde, habe ich für fünf Integrationskinder gekämpft, damit wir sie weiter betreuen konnten. Wir haben die Möglichkeit erhalten mit den Kindern in die Andernacher Grundschule, dort in unser IHTE Projekt zu wechseln. Nach drei Jahren wurden wieder die Kisten gepackt, da die Räumlichkeiten von der Schule gebraucht wurden“, so Petra Meilahn. Seit 2017 wurden die dann noch vier Integrationskinder von ihr mit in der Tagesgruppe Tenever gefördert.

Jetzt seit August 2019 ist die Tagesgruppe mit dem Schwerpunkt von Kindern mit Wahrnehmungs- und Entwicklungsstörungen im neuen Atriumhaus in Tenever untergebracht. „Für die Kinder ist das gut, wir müssen uns aber erstmal daran gewöhnen wieder an einem neuen Ort zu sein“, so Petra Meilahn.

Engagierte Mitarbeiter*innenvertreterin

Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen ist allerdings nur ein Aspekt von Petra Meilahns Aufgaben. Seit 1990 ist sie auch gewähltes Mitglied der Mitarbeiter*innenvertretung (MAV) und seit ungefähr zehn Jahren ist sie auch im Gesamtausschuss der Mitarbeiter*innenvertretungen des Diakonischen Werkes Bremen aktiv. „Ich wollte schon immer etwas verändern – zum Guten. Neue Ideen einbringen und schlechte Ideen verhindern“, so beschreibt Petra Meilahn ihre Aufgaben in der MAV. Von Anfang an habe sie immer nachgefragt, wenn sie etwas nicht nachvollziehen konnte, nach konstruktiven Antworten und Lösungen gesucht.

Das war auch ein Fazit bei der Kronenkreuzübergabe anlässlich des Dienstjubiläums, an der Kollegen und Kolleginnen sowie Familie Meilahn teilnahmen. Im guten Sinne habe Petra Meilahn nie den „Mund halten“ können. Sie habe Probleme angesprochen und so Dinge verändert. Auch diese Leistung wurde mit Überreichen des Kronenkreuzes geehrt.

„Als wir bei der Kronenkreuzverleihung saßen, ist mir erst einmal bewusstgeworden, dass ich mehr als die Hälfte meines Lebens in Petri verbracht habe“, betont sie. Ihre Kinder, ein Sohn und eine Tochter, erinnern sich auch an Zeiten, zu denen ihre Mutter keine Zeit hatte, weil sie sich um die Sorgen ihrer Kollegen und Kolleginnen als MAV kümmern musste. Petra Meilahn ist froh, dass ihr Mann sie dabei unterstützt hat, als ihre Kinder noch klein waren.

Das goldene Kronenkreuz

Im Rahmen der Kronenkreuzverleihung sagte Bernd Schmitt als langjähriger Vorgesetzter von Petra Meilahn würdigend: „Ich bedanke mich für 30 Jahre hervorragende pädagogische Arbeit und auch besonders für das langjährige Engagement in der MAV, als stellvertretende Vorsitzende und in den letzten Jahren als erste Vorsitzende unserer MAV. Petra Meilahn ist maßgeblich verantwortlich für die konstruktive Zusammenarbeit zwischen MAV und Geschäftsführung. Sie hat unsere aktuell laufende Organisationsentwicklung und die in 2020 geplante Fusion der aktuell vier gGmbH´s mitgestaltet und kritisch konstruktiv begleitet. Als MAV Vorsitzende hat Sie immer ein offenes Ohr für die Belange der Mitarbeitenden und der Leitungen und setzt sich immer für einen konstruktiven Interessenausgleich mit uns als Geschäftsführungen ein. Frau Meilahn steht für mich für eine Kultur des Miteinanders, die nach den besten Lösungen für die Organisation sucht. Ich kann mir bei uns keine bessere Empfängerin, des goldenen Kronenkreuz der Diakonie vorstellen, da Frau Meilahn bewusst bei der Diakonie arbeitet und sich auch hier für eine zeitgemäße Weiterentwicklung auf der Basis eines festen Wertefundaments einsetzt.“

Verliehen wurde Petra Meilahn das Kronenkreuz in Gold als Zeichen der Diakonie von Landesdiakoniepastor Manfred Meyer: „Ich danke Frau Meilahn für ihren langjährigen Dienst in der Diakonie. Ihr gelingt es immer wieder das evangelische Profil zu leben und dabei offen zu sein für andere Positionen und Haltungen. Diese Haltung kommt ihr bei ihrem Engagement in der Mitarbeiter*innenvertretung zugute. Es entspricht den diakonischen Grundsätzen, dass Dienstnehmende und Dienstgebende gemeinsam die Zukunft diakonischer Einrichtungen gestalten. Deshalb bin ich als Vorstand des Landesverbandes froh, dass sich Menschen, wie Frau Meilahn, in der Diakonie in starken Mitarbeiter*innenvertretungen engagieren.“

Für Petra Meilahn war die Verleihung eine große Würdigung: „Ich habe mich sehr geehrt gefühlt und habe mich über das, was über mich gesagt wurde, sehr gefreut und mich auch wiedererkannt. Und natürlich geht es weiter: Ich bleibe bis zur Rente – so lange die Gesundheit mitspielt. Vor allem auf die Arbeit mit den Kindern kann ich nicht verzichten, denn sie hält mich jung und fit!“

Text: Regina Bukowski